Herzgesundheit nach Herzinfarkt und Schlaganfall: Warum mentale Gesundheit entscheidend ist
Herzinfarkt und Schlaganfall: Die Bedeutung der psychischen Gesundheit
Ein Herzinfarkt oder Schlaganfall sind lebensbedrohliche Erkrankungen. Nach solchen Ereignissen ist die Kontrolle von Blutdruck und Cholesterin zur Vorbeugung von Rückfällen unerlässlich. Aber damit ist es nicht getan. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass neben der körperlichen Genesung auch die psychische Gesundheit langfristig betrachtet werden muss. Menschen, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten haben, sind anfälliger für psychische Probleme wie Depressionen und Angstzustände.
Herzinfarkt- und Schlaganfall-Vorgeschichte und Suizidrisiko
Eine Studie des Universitätskrankenhauses Seoul National University Gangnam Center, die Daten der National Health Insurance Service analysierte, ergab, dass Personen mit einer Vorgeschichte von Herzinfarkt oder Schlaganfall ein um 43% höheres Suizidrisiko aufweisen. Die Studie verfolgte rund 11 Jahre lang 37.912 Patienten, die einen Herzinfarkt oder Schlaganfall erlitten hatten, und verzeichnete insgesamt 1.250 selbstverschuldete Todesfälle. Insbesondere bei Personen, die sowohl einen Herzinfarkt als auch einen Schlaganfall erlitten hatten, stieg das Suizidrisiko um ganze 85%.
Psychische Gesundheit auch ohne Depressionsdiagnose prüfen
Interessanterweise traten psychische Probleme auch bei Patienten auf, die zuvor keine Depressionsdiagnose erhalten hatten. Das bedeutet, dass nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall die psychische Gesundheit unabhängig von einer Depressionsdiagnose überprüft werden sollte. Es ist wichtig zu bedenken, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen nicht nur eine körperliche, sondern auch eine mentale Genesung erfordern.
Körperliche und seelische Erholung sind gleichermaßen wichtig
Insbesondere ältere Patienten haben nach der Entlassung oft Schwierigkeiten, zu ihrer früheren Fitness und ihrem Lebensstil zurückzukehren, auch wenn sie sagen: "Mir geht es jetzt gut". Während sich Familien um die Medikamenteneinnahme, Rehabilitation und Arzttermine kümmern, werden psychische Anzeichen wie Schlafstörungen oder die Vermeidung sozialer Kontakte oft übersehen. Daher betonen die Forscher, dass bei der Behandlung von Herz-Kreislauf-Patienten auch psychische Gesundheitsprobleme wie Depressionen, Angstzustände und Suizidgedanken berücksichtigt werden müssen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass bei der Nachsorge nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall nicht nur Blutdruck, Cholesterinwerte und das Rückfallrisiko berücksichtigt werden dürfen. Auch Schlaf, Angstzustände, Depressionen und soziale Isolation müssen beachtet werden. Die Genesung nach einer schweren Krankheit beschränkt sich nicht nur auf den Körper; die seelische Erholung ist ein wichtiger Teil des Behandlungsprozesses.
