Die Gefahren und Kritik an den "Steroid-Olympics"
Die "Steroid-Olympics": Der Beginn der "Enhanced Games"
Die kürzlich in Las Vegas, USA, stattgefundenen "Enhanced Games" haben die Aufmerksamkeit vieler auf sich gezogen. Dieser Wettbewerb, der die Verwendung von verbotenen Substanzen wie Steroiden offen erlaubt, wurde unter dem provokanten Slogan "Grenzen des Menschen durch die Kraft der Wissenschaft testen" ins Leben gerufen. Doch hinter dieser Fassade verbirgt sich die Kritik, dass es sich um eine gefährliche Show handelt, bei der die Gesundheit der Athleten aufs Spiel gesetzt wird.
Preisgelder und Weltrekorde, aber was sind die tatsächlichen Ergebnisse?
An diesem Wettbewerb nahmen 42 Athleten in verschiedenen Disziplinen wie Leichtathletik, Schwimmen und Gewichtheben teil. Die Organisatoren kündigten ein Preisgeld von 1 Million US-Dollar für das Erreichen eines neuen Weltrekords und 250.000 US-Dollar für den Sieg in einer Disziplin an. Doch entgegen den Erwartungen gab es keine Flut von neuen Rekorden, die durch Drogen ermöglicht wurden. Der vom griechischen Schwimmer Kristian Golomeev aufgestellte inoffizielle Rekord über 50 Meter Freistil war der einzige neue Rekord.
Golomeev erzielte eine Zeit von 20,81 Sekunden, schneller als der offizielle Weltrekord. Im Gegensatz dazu gab es jedoch auch zahlreiche Fälle, in denen ungedopte Athleten gedopte Athleten besiegten. Besonders bemerkenswert ist die Kritik des ehemaligen Weltmeisters Fred Kerley, der die dopenden Athleten nach seinem Sieg über 100 Meter im Sprint ohne Dopingmittel kritisierte.
Die Rechtfertigung von Drogenkonsum und Sophisterei
Der Gründer der "Enhanced Games", Aaron Dykes, vertritt die Ansicht, dass "alle Spitzensportler Drogen nehmen und "sauberer Sport" eine Fiktion ist". Er zitierte eine bestimmte Studie, die besagt, dass mehr als 40% der Spitzensportler verbotene Substanzen verwenden, aber nur 2% erwischt werden, um das Versagen des Anti-Doping-Systems anzuprangern. Außerdem betonte er die körperliche Autonomie des einzelnen Athleten mit dem Slogan "Mein Körper, meine Entscheidung".
Die medizinische und sportliche Gemeinschaft kritisiert seine Argumente jedoch als Sophisterei, die auf selektiven Daten beruht. Die Tatsache, dass weniger als 1% der Athleten bei den Olympischen Spielen eine medizinische Ausnahmegenehmigung (TUE) erhalten, um legal Medikamente einzunehmen, wird bewusst ignoriert.
Bedrohung der öffentlichen Gesundheit und Kommerzialisierung von Drogen
Das größere Problem ist, dass die "Enhanced Games" das Stigma des Drogenkonsums beseitigen und ihn als normal darstellen. Die Tatsache, dass die Organisatoren und Sponsoren leistungssteigernde Medikamente direkt an Verbraucher vermarkten und verkaufen, stellt einen klaren Interessenkonflikt dar. Dies wird als Nutzung der Spiele als riesige Werbeplattform für den Verkauf von Drogen kritisiert.
Medizinische Experten warnen, dass die Normalisierung und Kommerzialisierung des Drogenkonsums zu einer ernsten Krise der öffentlichen Gesundheit führen kann. Tatsächliche Studien zeigen, dass die Rate des plötzlichen Herztods (SCD) bei professionellen Bodybuildern, die häufig Drogen konsumieren, mehr als 14-mal höher ist als bei Amateurathleten, die dies nicht tun. Es gibt auch Bedenken, dass die Spiele eine gefährliche Welle wie die "Testosteron-Überdosierung" unter jungen Männern noch weiter anheizen.
Fazit: Die wahre Gefahr der "Enhanced Games"
Letztendlich können die "Enhanced Games" der Kritik nicht entgehen, dass sie, entgegen dem Anspruch, die menschlichen Grenzen zu erweitern, die Fairness des Sports untergraben, die Gesundheit der Athleten gefährden und den Missbrauch von Drogen durch die Öffentlichkeit fördern. Es bleibt abzuwarten, welche Auswirkungen solche Spiele auf die Zukunft des Sports haben werden.
