Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern: Vorsicht vor Koinfektionen
Die Gefahren von Koinfektionen bei Atemwegsinfektionen von Kleinkindern
Aktuelle Studien zeigen, dass bei der Diagnose von Atemwegsinfektionen bei Kleinkindern eine alleinige Untersuchung auf Viren die gleichzeitige Infektion mit Erregern von Lungenentzündung erschwert. Diese Analyse basiert auf den Ergebnissen von Seegene, einem Unternehmen für molekulare Diagnostik, das rund 260.000 PCR-Testergebnisse für Atemwegsinfektionen von Kindern im Alter von 0 bis 5 Jahren mithilfe seiner statistischen Analyseplattform 'Stargora' ausgewertet hat.
Die Bedeutung von Koinfektionsfällen
Laut der Untersuchung von Seegene wurden bei 78 % der Fälle, die bei der Virusuntersuchung positiv ausfielen, auch Lungenentzündungserreger nachgewiesen. Umgekehrt wurden bei 88 % der Fälle, die bei der Untersuchung auf Lungenentzündungserreger positiv waren, auch gleichzeitig Viren gefunden. Dies bedeutet, dass bei einer alleinigen Untersuchung auf Viren oder Lungenentzündungserreger die Möglichkeit besteht, eine Koinfektion zu übersehen.
Die Anfangssymptome von Atemwegsinfektionen wie Husten, Fieber und Schnupfen sind sehr ähnlich, was die Unterscheidung der genauen ursächlichen Erreger erschwert. Insbesondere bei Kleinkindern besteht ein hohes Risiko, dass sich eine Infektion zu schweren Erkrankungen wie Lungenentzündung oder Sepsis entwickelt. Daher ist es wichtig, in der frühen Behandlungsphase eine breite Palette von Erregern zu identifizieren.
Die Notwendigkeit umfassender syndromischer PCR-Tests
In dieser Analyse wurden bei 82 % der Fälle, bei denen ein umfassender respiratorischer PCR-Test sowohl auf Viren als auch auf Lungenentzündungserreger durchgeführt wurde, mehr als zwei Arten von Erregern gleichzeitig nachgewiesen. Dies ist ein wichtiges Ergebnis, das die Notwendigkeit umfassender Tests gegenüber Einzeltests untermauert. Derzeit werden in der medizinischen Praxis hauptsächlich Tests durchgeführt, um die Infektion mit wichtigen Viren wie Influenza, COVID-19 und dem Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV) vorrangig zu überprüfen.
- Produkte für Virustests: ca. 80 %
- Produkte für Lungenentzündungstests: ca. 20 %
Tatsächlich werden bei Atemwegsinfektionen jedoch häufig sowohl virale als auch bakterielle Erreger nachgewiesen. Einzeltests sind zwar nützlich, um das Vorhandensein einer Infektion schnell zu bestätigen, können aber Einschränkungen bei der Erfassung von Koinfektionen oder komplexen Infektionsmustern haben.
Globale Forschung für neue Teststrategien
Seegene hat angekündigt, dass es in Zukunft die Durchführung der Global Million Clinical Study (GMCS) vorantreiben wird. Diese Studie zielt darauf ab, den klinischen Wert von Teststrategien für verschiedene Krankheiten auf der Grundlage realer klinischer Daten aus medizinischen Einrichtungen weltweit zu validieren und neue globale Teststandards zu etablieren. Auf diese Weise sollen die Grundlagen für die Umstellung des derzeitigen, auf Einzeltests ausgerichteten Diagnosesystems auf ein System mit umfassenden syndromischen PCR-Tests geschaffen werden.
Diese Forschung und technologische Entwicklung wird maßgeblich dazu beitragen, die globale Standardisierung von umfassenden syndromischen PCR-Tests im Bereich der Diagnose von Atemwegsinfektionen voranzutreiben. Medizinisches Fachpersonal kann diese Testergebnisse nutzen, um das relative Nachweisniveau und die Kombinationen von Erregern bei Koinfektionsfällen zu berücksichtigen.
