Neue MRT-Methode: Lymphgefäße können nun sichtbar gemacht werden
Innovative MRT-Methode ermöglicht die Visualisierung von Lymphgefäßen
Eine neue, von südkoreanischen Forschern entwickelte MRT-Methode ermöglicht es, sämtliche Lymphgefäße zu untersuchen, indem ein Kontrastmittel über eine Armvene injiziert wird, ohne dass eine Nadel in die Leiste gestochen werden muss. Insbesondere gelang es, Lymphgefäße in Leber und Mesenterium, die mit herkömmlichen Methoden schwer zu erkennen waren, klar darzustellen. Das Team unter der Leitung von Professor Huh Se-beom von der Abteilung für Radiologie am Seoul National University Hospital, Professor Yoon Sung-hwan vom Biomedical Research Institute und Professor Kwon Ryeo-min von der Abteilung für Radiologie am Hallym University Medical Center entwickelte diese Technik und bewies ihre Wirksamkeit.
Bedeutung und Probleme des Lymphsystems
Unser Lymphsystem ist ein wichtiger Weg für die Aufrechterhaltung der Immunfunktion und des Flüssigkeitshaushalts im Körper. Wenn dieser Weg jedoch durch Krebsoperationen oder andere Eingriffe geschädigt wird, kann Lymphflüssigkeit austreten, was zu Mangelernährung und einer geschwächten Immunabwehr führen kann. Statistiken zeigen, dass bei etwa 6 bis 7 von 100 Patienten nach einer Darmkrebsoperation eine solche Lymphleckage auftritt. Herkömmliche Standarduntersuchungsmethoden hatten jedoch Schwierigkeiten, die genaue Stelle des Lymphlecks zu lokalisieren.
Grenzen der bestehenden Untersuchungsmethoden
Die herkömmliche intralymphatische Injektionslymphangiographie in der Leiste und die dynamische kontrastverstärkte MR-Lymphangiographie (DCMRL) erforderten eine präzise Nadelpunktion der Lymphknoten in der Leiste, was eine hohe technische Schwierigkeit darstellte. Aus diesem Grund konnten die Lymphgefäße in Leber und Mesenterium, die über 70 % der gesamten Lymphproduktion ausmachen, kaum untersucht werden. Laut Forschungsergebnissen liegt die Rate der Leckage-Identifizierung bei Patienten mit geschädigten mesenterialen Lymphgefäßen nur bei etwa 55 %, was die Schwierigkeit noch weiter verdeutlicht.
Prinzip und Wirksamkeit der neuen Untersuchungsmethode
Das Forschungsteam injizierte zunächst Kontrastmittel intravenös in Schweine und verglich die Konzentrationsänderungen in Blut und Lymphe. Das Ergebnis war, dass 20 bis 30 Minuten nach der Injektion eine Lymphangiographie auftrat, bei der die Kontrastmittelkonzentration in der Lymphe höher war als im Blut. Auch in den MRT-Bildern zeigte sich eine etwa 5,5-mal höhere Signalintensität der Chylusgefäße im Vergleich zum umliegenden Muskelgewebe, wodurch die Lymphgefäße klar dargestellt wurden.
Von September 2024 bis August 2025 wurde auch eine Pilotstudie mit 16 Patienten durchgeführt, bei denen eine Lymphleckage vermutet wurde. Auch in dieser Studie zeigte sich eine signifikante Zunahme des Signalverhältnisses nach der Injektion. Dies eröffnete die Möglichkeit, Lymphgefäße in Leber und Mesenterium zu untersuchen, die mit der herkömmlichen Injektionsmethode in der Leiste nicht sichtbar waren.
Erwartungen an eine verbesserte diagnostische Genauigkeit in der Zukunft
Professor Huh Se-beom erklärte: „Die IV-MRL-Methode mit intravenöser Injektion kann im Gegensatz zur herkömmlichen Lymphknotenpunktion nur durch eine Gefäßinjektion durchgeführt werden, wodurch die technische Schwierigkeit und die Schmerzbelastung für den Patienten reduziert werden können.“ Er fügte hinzu: „Wir erwarten, dass dies in Zukunft zur Verbesserung der diagnostischen Genauigkeit von Lymphleckage-Erkrankungen und zur Entwicklung von Behandlungsstrategien beitragen wird.“
Mit der Entwicklung dieser neuen Untersuchungsmethode ist nun ein Weg geebnet, um die Stellen von Lymphlecks im Körper zu identifizieren, sei es in der Leiste oder in der Leber, ohne Nadeln. Dies wird für die Patienten eine große Hoffnung bedeuten.
